19.06.17 - 18:30h 

 Film & Gespräch in Anwesenheit der Regisseurin! 

 

  

Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, wurde auch die Nationale Volksarmee der DDR mit einen Schlag überflüssig. Sie hatte als Machtinstrument der Sozialistischen Einheitspartei (SED) ausgedient. Im Zuge der offiziellen Auflösung der NVA ein knappes Jahr später wurden nur knapp 11.000 Soldaten längerfristig in die Bundeswehr übernommen; hunderttausende ehemalige DDR-Streitkräfte standen hingegen plötzlich auf der Straße. Seit über 25 Jahren sind sie nun Bürger der Bundesrepublik. Doch sind sie auch alle Teil unserer Gesellschaft geworden? Und wie gehen sie mit der eigenen Vergangenheit um? Die Filmemacherin Signe Astrup hat sich mit ehemaligen Angehörigen der „vergessenen Armee“ getroffen. Einige von ihnen haben sich bis heute nicht mit dem Ende der DDR abgefunden und sehen sich noch immer dem sozialistischen Fahneneid verpflichtet. Andere fühlen sich von ihrer früheren Staatsführung verraten: An einem Tag haben die Politiker noch erklärt, die DDR sei das Großartigste auf der ganzen Welt, am nächsten Tag war alles vergessen. In Traditionsverbänden und Kameradschaften versuchen vor allem die einstigen Berufssoldaten, das Andenken an den untergegangen Staat zu wahren: Bei Treffen salutieren sie stramm in den alten Uniformen, proben den militärischen Ernstfall oder setzen sich für die Erneuerung von Gedenktafeln sozialistischer Volkshelden ein.

Doch der feste Glauben, dass die DDR der beste Staat der Welt war, hat bei manchen inzwischen Kratzer bekommen. Der Blick in die eigene Stasi-Akte kann auch den überzeugtesten „Veteranen“ zweifeln lassen. DIE VERGESSENE ARMEE erzählt von ehemals stolzen Soldaten, die heute als Müllmänner arbeiten oder seit Jahren ohne Beschäftigung sind, von lebenslangen Enttäuschungen, vergilbten Idealen und verdrängter Schuld.



Nach Filmende begrüßen wir Regisseurin Signe Astrup zum kritischen Nachgespräch bei uns im Kino!


Roman Colm begrüßt Signe Astrup im Kino im Kulturhaus

Publikumsgespräch

Skandinavisch gelassen: Die Regisseurin auf dem Sofa

  Viel Gesprächsbedarf auch nach "offiziellem" Veranstaltungsende